Ausbau des Taxi-Notrufes Berlin-Brandenburg


Am 2.4.1996 fand in en Räumen des Taxiverbandes Berlin
ein Treffen der Funkzentralen Berlins und Brandenburgs 
statt, um weitere Möglichkeiten des Taxinotrufkanals 
auszuloten. Eingeladen hatte Joachim Marquardt, 
1.Vorsitzender des TVB. Von den Berliner Funkzentralen 
waren Würfelfunk, Spreefunk und Ackermann vertreten. 
Für Brandenburg begrüßten die Mitglieder der AG Taxi-
Notruf Herrn Stritzke von der Taxi-Genossenschaft 
Potsdam, sowie Herrn Bandt von der Taxiinnung der Stadt 
Brandenburg.

Seit einigen Jahren betreibt die Arbeitsgemeinschaft Taxi-
Notruf Berlin eine Frequenz, auf der alle Berliner Taxen, 
egal welcher Funkzentrale sie angehören, im Notfall 
miteinander kommunizieren können. Diese Funkfrequenz 
wird zur Zeit vom Genehmigungserteiler BAPT 
(Bundesamt für Post- und Telekommunikation) bundesweit 
freigehalten, um einen optimalen Taxinotruf mit möglichst 
großer Flächendeckung zu ermöglichen. Auflage für diese 
Frequenz ist, daß die Taxen automatisch geortet werden 
können, sofern sie Hilfe benötigen. Selbstverständlich ist 
diese Frequenz auch für Sprache freigegeben. Würfelfunk 
und Spreefunk betreiben und finanzieren gemeinsam die 
automatische Standortbestimmung mittels GPS über 
Betriebsfunk mit der Technik der Firma Heedfeld, Bielefeld. 
Die ersten Fahrzeuge sind bereits ausgestattet und das 
System läuft ohne Probleme. Durch die Möglichkeit, die 
GPS-Navigation auch an das kleine Datendisplay 4000S 
anzuschließen ist die Chance gegeben, für wenig Geld 
optimale Sicherheit zu erzielen. 

In der Gesprächsrunde wurden die Möglichkeiten der 
räumlichen Erweiterung des Taxinotrufes besprochen.  
Durch geschickte Positionierung der Sendeanlagen und 
Installation von Gewinnantennen (für Notrufzwecke 
genehmigungsfähig) ist es schon jetzt möglich, das 
gesamte Gebiet innerhalb des Berliner Autobahnringes 
ohne Funklöcher abzudecken. Um nun den im Land 
Brandenburg fahrenden Taxen optimale Sicherheit zu 
gewährleisten, ist es nötig, weitere Sendeanlagen auf dem 
Lande zu installieren. Da eine zentrale Steuerung durch 
die beim Würfelfunk ansässige Notrufzentrale aus 
verschiedenen Gründen nicht sinnvoll ist, werden die 
Sendeanlagen des Landes Brandenburg mit den dort 
ansässigen Funkzentralen verbunden. Dies ist nicht nur 
wegen der sonst extrem teuren Leitungskosten der Fall, 
sondern auch deshalb, weil Taxifunkpersonal aus der 
Nähe immer die bessere Ortskenntnis aufweist. Das ist im 
Notfall oft der entscheidende Punkt und mit ein Grund 
dafür, daß die Vertreter Berlins und Brandenburgs den 
einheitlichen bundesweiten Notruf ablehnen.
Wenn die Anlagen alle planungsgemäß installiert sind, wird 
es für alle Taxen, die die Notruffrequenz eingebaut haben, 
in Berlin und in weiten Teilen Brandenburgs jederzeit 
möglich sein, Hilfe anzufordern und mit den Kollegen vor 
Ort zu sprechen.
Dafür müssen kurzfristig Richtlinien für die Benutzung der 
Notruffrequenz herausgegeben werden, damit sich die 
Fahrer über Funk entsprechend verhalten. Es ist folgende 
Vorgehensweise geplant: Im Notfall muß zur Kennung 
(Taxi-Nr.) noch der Herkunftsort genannt werden z.B. 
"Potsdam 234"
Wenn im Notfall Funkverbindung zur eigenen (Heimat-
)Zentrale besteht, sollte über die normale 
Vermittlungsfrequenz im Notfall Hilfe geordert werden. Erst 
wenn zur eigenen Zentrale keine Verbindung besteht, 
kommt die Notruffrequenz zum Zuge. Da wir die regionale 
Organisation des Notrufes befürworten, können natürlich 
andere Regionen andere Verhaltensregeln formulieren. 
Herr Stritzke von der Taxi-Genossenschaft Potsdam hält 
es für sinnvoll, grundsätzlich alle Hilferufe über die 
Notruffrequenz abzuwickeln. Ideal wäre es nach seiner 
Ansicht, wenn die Funkanlage im Notfall automatisch die 
Notruffrequenz einschaltet. Andor Nemenyi vom 
Würfelfunk lehnt für die Stadt Berlin ein solches Vorgehen 
ab. Auf den Vermittlungskanälen sind viele „Ohren“, die im 
Notfall mithören. Die Notruffrequenz in Berlin soll 
möglichst sprachfrei bleiben, um optimale 
Datenübertragung bei GPS-Notrufen zu gewährleisten. 
Taxen aus anderen Bundesländern, die sich in Berlin 
aufhalten, sollen selbstverständlich auf der Notruffrequenz 
über Sprache ihre Notrufe absetzen. Zu dieser Problematik 
gibt es ein Diskussionspapier, das der Würfelfunk 
herausgegeben hat.
Nachdem alle technischen und sonstigen Möglichkeiten 
besprochen waren, kam die Runde zu folgendem 
Ergebnis: Die Taxizentralen des Landes Brandenburg 
sollen in die Berliner AG Taxi-Notruf aufgenommen 
werden. Herr Stritzke sagte die baldige Installation des 
Notrufsenders in der Stadt Potsdam zu. Herr Bandt 
möchte in der Stadt Brandenburg ebenfalls Notrufsender 
installieren. Die Arbeitsgemeinschaft wird in Kürze die 
neuen Senderstandorte beim BAPT beantragen. Damit ist 
für die Notruffrequenz im 2m-Band, aber auch für die 
Taxiunternehmer in Berlin und Brandenburg der 
Durchbruch erreicht: Bald wird flächendeckend 
Hilfeleistung für alle Taxen möglich sein. Die anderen 
größeren Funkzentralen Brandenburgs werden in den 
nächsten Wochen befragt, ob sie sich auch beteiligen. Da 
die Installation der Sender vergleichsweise kostengünstig 
ist, darf von einer regen Beteiligung ausgegangen werden. 
Die regionale Organisation des Taxi-Notrufs auf einer 
bundesweit einheitlichen Frequenz soll in Berlin und 
Brandenburg richtungsweisend und mit Vorbildfunktion 
auch für die anderen Bundesländer installiert werden.
Die Funktaxen-Vermittlung "Würfelfunk" e.G. möchte sich 
auf diesem Wege für das Engagement des Taxiverbandes 
bedanken.


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