Liebe Kollegen,
das Verwaltungsgericht hat in einem Beschluß die Genehmigungsbehörde zur Erteilung einer Taxikonzession aufgefordert. In der Begründung wurde neben diversen Punkten letztlich die Rechtmäßigkeit des Beobachtungszeitraums bezweifelt. In der Tat stellt sich auch die Frage, was dieser dem Gewerbe gebracht hat. Während früher, mit Ausnahme der Einheit, die Zahl der Konzessionen jahrelang rückläufig war, hat der Beobachtungs-zeitraum die Taxenzahl auf hohem Niveau festgeschrieben. Der Fahrer profitiert ohnehin nicht davon. Den Fahrer interessiert nicht, wieviele Taxen konzessioniert sind. Für ihn zählt die Anzahl der Wagen, die gleichzeitig mit ihm "draußen" sind. Dies ist aber in allererster Linie abhängig von der Auslastung der Wagen. Und die hängt wiederum vom Verdienst ab: Schlechte Kasse, lange Schichten, viele Taxen auf der Straße. Einige haben gehofft, daß sie mit weniger zugelassenen Taxen mehr Geld in ihrer Schicht verdienen. Im Beobachtungszeitraum bleibt die Zahl der Taxen aber konstant. Selbst wenn man die Zahl der Taxen senken wollte, ginge diese wegen Konzessionsverkäufen erst nach Jahren merkbar zurück. Dieser Rückgang der Konzessionen würde durch höhere Präsenz der vorhandenen Wagen ausgeglichen - mit spürbaren Nachteilen für Fahrer und Fahrgäste.
Neue Konzepte sind gefordert
Das Taxigewerbe muß jetzt alle Anstrengungen unternehmen, um neue Kunden für das Taxi zu gewinnen. Die Situation dafür scheint in Berlin gar nicht so schlecht zu sein: Wer ein eigenes Auto hat, dem wird das Fahren durch hohe Kfz- und Mineralölsteuer, teure Parkraumbewirtschaftung, niedrigere Promillegrenze und den täglichen Dauerstau verleidet. Hier sind potentiell tausende neuer Fahrgäste zum Umsteigen zu gewinnen. Aber auch, wer mit BVG oder S-Bahn unterwegs ist, "freut" sich oft über lange Wartezeiten und ein ausgedünntes Busnetz. Auch hier ist noch viel Kundschaft zu holen...
Die Hürde ist der Preis
Eine Belebung des Geschäfts von alleine ist nicht zu erwarten. Wer neue Wege geht, wird auch Opfer bringen müssen. Unsere heutigen Fahrpreise sind nicht wettbewerbsfähig. Zum einen gibt es zu starke (meist wartezeitbedingte) Schwankungen, zum anderen müssen zumindest für Teile der Bevölkerung Rabatte angeboten werden, da sie die derzeitigen Preise nicht bezahlen können. Auch die Krankenfahrten, die wir an Mietwagen verloren haben, könnten dann vielleicht wieder mit dem Taxigewerbe durchgeführt werden.
Die Fahrer machen mit
Im Rahmen unserer Kurse für die Würfel-Photo-Card werden die Fahrer gefragt, ob sie bereit sind, Rabattarife, Festpreise usw. zu fahren. Dies geschieht, um bei der Vermittlung solcher Fahrten nicht über Funk diskutieren zu müssen. Eine Auswertung von hunderten dieser Angaben hat folgendes Ergebnis gebracht: 81% der Fahrer sind bereit, Rabattarife zu fahren. Und dies, obwohl nicht einmal ein solcher Tarif genehmigt ist. 19% möchten keine Rabatte. Bei den Festpreistarifen ist die Zustimmung noch größer: 86% der Fahrer sind bereit, zu genehmigten Festpreisen zu fahren. Nur 14% lehnen dies ab. Immer wieder wird erzählt, die Mehrheit der Taxifahrer lehne Rabattmodelle ab. Das stimmt nicht. Bei dieser hohen Akzeptanz von Rabatten, die sicherlich kaum jemand erwartet hätte, würden natürlich auch die Gegner von solchen Tarifmodellen profitieren: Sie bekämen den Fahrgast "zum Normaltarif" schneller als bisher. Die Gewerbeveretretungen sind aufgefordert, endlich ein vernünftiges Konzept vorzulegen und gemeinsam durchzusetzen. Bevor es zu spät ist.
Würfelfunk aktuell
Der Funkkurs zum Erhalt der Fahrercard, bei dem unter anderem die Funktion des Kartenlesers erklärt wird, findet jeden Dienstag um 18 Uhr statt. Anmeldung in der Zentrale vorher ist erforderlich. Wenn ein Kurs voll ist, werden zusätzliche Kurse angeboten. Bei größeren Betrieben kann die Fahrerschulung auch in der entsprechenden Räumlichkeit stattfinden. Voraussetzung: Funkausweis und P-Schein, Kosten: DM 20,- .